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Bis die Einrichtung euch scheidet

Wenn Paare zusammenziehen, treffen nicht nur ihre Möbel aufeinander, es kommen auch jede Menge komische Dinge zutage. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen.

Die erste große Herausforderung für eine Beziehung ist ein gemeinsamer Urlaub. Und jetzt reden wir hier von mindestens 2 Wochen und nicht von einem Wochenendtrip. Hitze, Stau, Verspätung alles was so in einem Urlaub Nerviges passieren kann. Hat man den Urlaub und weitere gemeistert kommt die die nächste Hürde: Das Zusammenziehen. Man freut sich auf gemeinsame Wochenenden in der Wohnung, Kochabende mit Freunden und kuschlige Abende auf dem Sofa mit dem Partner. Alles könnte so schön sein! Allerdings hat das gemeinsame Zusammenziehen auch kleine Nebenwirkungen. Die Routine im Alltag und die komischen Eigenheiten Ihres Gegenübers können Romantik-Killer sein.

Da war zuerst diese unglaubliche Anziehungskraft. Die gemeinsame Liebe zum Theater. Beide wollten Kinder, am liebsten drei, sie träumten von einer Datsche in Brandenburg und einem Jahr in Südafrika.

Die Sache mit der Deko

Dann aber kamen seine Motorradhelme, auf ihrem Bücherregal. Die Gitarre aus „alten Zeiten“, präsent an der Wand hängend in ihrem Flur mit der Designer-Lampe von Louis Poulsen. Und dann diese braun-beige gemusterte Bettwäsche. Er fand sie großartig im gemeinsamen Schlafzimmer, für das sie Wände in der Puderfarbe „Hortensie“ vorgesehen hatte.

Der attraktive Traummann, schon potenzieller Ehemann, war auf einmal der Nerd mit der Gitarre geworden. Und ihn machte es nervös, dass im Bad – rechts, auf seiner Rasier-Seite – eine dreistöckige Etagere mit Cremes und Nagellackfläschchen stehen musste. „Denn von rechts kommt das Licht zum Schminken, der Flow muss erhalten werden“, sagte sie. Er dachte: „Sie spinnt. Komplett.“

Sie hatten beide vorher eine komplett ausgestattete Wohnung und ziehen jetzt zusammen? Das heißt auf jeden Fall schon mal für jeden: die Hälfte ausmisten. Dann stellt sich zum Beispiel immer noch die Frage, darf das Urlaubsmitbringsel, der scheußliche Buddha in knall Rot, im Badezimmer Einzug halten? Wer darf entscheiden und auf was wird sich geeinigt?

Konflikte

Stellen Sie sich auf ein paar Diskussionen ein, wenn Sie zusammenziehen wollen. Da geht es um Geld, Einkaufen, sauber machen und ähnliche Themen. Jeder hat im Alltag seine „Macken“. Der eine lässt die Toilettentür immer auf, der andere sperrt die Wohnungstür nicht ab, vom Müll runtertragen und der Zahnpastatube wollen wir erste gar nicht anfangen. All diese Dinge fallen einem natürlich erst auf, wenn man zusammengezogen ist. Jetzt heißt es reden oder drüber hinwegsehen.

Was hier noch nicht gezählt ist, sind die Millionen Fusionsdiskussionen mit amouröser Implosionsgefahr, um die Sinnhaftigkeit von geringelten Vasen, monumentalen Kerzenhaltern, schon leicht muffigen Comicheften und der alten Schwertersammlung. Ästhetik-Rangeleien halt.

Kompromisse und Zugeständnisse

Beim Zusammenziehen geht es um mehr als das Verteilen von ein paar Möbeln. Es geht um Terrain, um Werte, um kulturelle Herkunft. Um gemeinsame Visionen, Identität, Klassenzugehörigkeit – um Lebensgeschichte und Durchsetzungsvermögen.

Liegt der Fall so, dass der eine Partner in die Wohnung des anderen zieht, müssen auf beiden Seiten Zugeständnisse gemacht werden. Der eine muss die Hälfte der Wohnung leeren, der andere muss seine alte Wohnung aufgeben. Dabei wird eine Beziehung immer auf die Probe gestellt. Der Wunsch ist ein gemeinsames Zuhause zu erschaffen.
Es ist immer wieder eine Kurzgeschichte wert… Paare, die sich eine neue Wohnung einrichten wollen, Schauplatz ein Möbelhaus. Wer darf was entscheiden? Da kommt es schon mal zu Wortgefechten. Wird in ein Messer für 200 Euro investiert oder in das handgetöpferte Service, welches ihr so gut gefällt?

Frauen gehen es oft geschickter an. Sie wissen genau was Sie wollen und vor allem wissen Sie, wie Sie Ihren Partner beeinflussen können Ihrer Meinung zu sein.
Am einfachsten ist es natürlich, wenn das frisch gebackene Paar eine neue gemeinsame Wohnung bezieht. Da ist schon mal viel gewonnen. Was die Wohnungseinrichtung angeht müssen von beiden Seiten Kompromisse eingegangen werden, sonst funktioniert es nicht.

Des Weiteren übernehmen, im Optimalfall die Partner abwechselnd lästige Haushaltspflichten. Sollte das nicht klappen und die Arbeit auf einem Partner lasten, dann ist eventuell ein Putzplan hilfreich. Ganz nach dem WG-Prinzip übernimmt jeder im Wechsel die verschiedenen Pflichten.
Tipp: Wenn es irgendwie machbar ist, schaffen Sie sich eine Putzfrau an, sie erspart so einige unschöne Diskussionen.
Sie haben die Entscheidung getroffen, das Zusammenziehen jetzt zu wagen? Dann inszenieren Sie Ihr klares Bekenntnis zueinander auch richtig: Feiern Sie doch eine Einweihungsparty mit allen Umzugshelfern, Nachbarn und Freunden. Genießen Sie Ihre neue Lebenssituation am Tag danach mit einem Champagnerfrühstück im Bett. Nach einem solchen Start steht dem gemeinsamen Glück nach dem Zusammenziehen nichts mehr im Weg.

Viel Erfolg!